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Vorgeschmack auf Vorratsdatenspeicherung 2.0 gefällig ?

Posted by eepirat - 25. November 2009

Derzeit scheints in der EU weltweit einen Wettbewerb zwischen den Regierungen zu geben:
Wer überwacht seine Bürger am vollständigsten ?
Alternativ: Wer erreicht zuerst die Ziellinie „Polizeistaat“ ?

Die Briten bieten exzessive Kameraüberwachung und DNA-Datenbanken, die USA wollen alle mit dem SWIFT-Abkommen und ACTA beglücken, Frankreich schickt HADOPI (deren Version von „Three strikes“) ins Rennen, Deutschland ist mit Kennzeichenscanning, Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner und viiiiieeeeelen weiteren Überwachunsgmaßnahmen auch ganz vorn mit dabei.

Die ETSI geht in Sachen VDS nun schon einen Schritt weiter. Dort berät man bereits über die Spezifikation der Vorratsdatenspeicherung 2.0, die teilweise deutlich über die EU-Richtlinien hinaus geht. Mit dieser 2.Version will man „ein klein wenig“ mehr Daten speichern (lassen):

Alleine im Abschnitt B 2.2.4.1, den „Subscribed Telephony Services“, kam ein Dutzend solcher „optionaler Parameter“ dazu: Anbindung, Art und Zeitdauer des Kundenvertrags, geografischer Ort von beim Kunden installierten Geräten, eine Liste der IMEI- und MAC-Adressen aller vom Provider gestellten Endgeräte. Und falls es sich denn um ein Service handelt, das mit einer SIM-Card betrieben wird, hätten die Überwacher gerne auch die PUK-Codes des betreffenden Endgeräts dazu.
[…]
Vom nächsten Abschnitt B 2.2.4.2, den „Abrechnungsdetails“, dіe in der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung überhaupt nicht vorkommen, sind Datenfelder für Einzelabrechnungen des Providers vorgesehen samt Einzahlungsort und Zeitpunkt, Währung und Zahlungsart des betreffenden Kunden.

Auf diese Weise kommt auch die Bankverbindung zum Datenkonvolut dazu.

Im Annex E 2.4 zum Thema „Netzzugang“ – laut EU-Richtlinie müssen nur Ort und Zeit der Einwahl, benutzte IP-Adresse sowie Dauer der Verbindung gespeichert werden – wünscht man sich noch ein paar weitere Informationen dazu. Zum Beispiel den Benutzernamen für das Log-in und den Umfang des dann abgewickelten Datenverkehrs, übersichtlich in Up- und Downloads gegliedert.

Ein Teil der neuen Felder sei zwar „optional“, doch die Vergangenheit hat bereits mehrfach bewiesen, daß die Möglichkeiten auch immer wieder die Begehrlichkeiten wecken.

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